{"id":327,"date":"2019-09-14T21:02:42","date_gmt":"2019-09-14T19:02:42","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost\/wordpress\/?p=327"},"modified":"2019-10-09T20:44:20","modified_gmt":"2019-10-09T18:44:20","slug":"artec","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.loiswelzenbacher.at\/?p=327","title":{"rendered":"Das unrealisiert gebliebene Projekt f\u00fcr ein \u201eKleinsthaus\u201c in Absam bei Innsbruck bringt \u201eArchitektur\u201c auf den Punkt."},"content":{"rendered":"<p>Welzenbacher war in den Siebzigern in Graz wenig bekannt. Ge\u00e4ndert hat sich das schlagartig mit der umfassenden Bestandsaufnahme der \u00d6sterreichischen Architektur durch Friedrich Achleitner, welche den Fokus in einer kaum vorstellbaren Weise zurechtger\u00fcckt hat.<\/p>\n<p>So hat die frei-fliessende Formenwelt beim Haus Heyrovsky bleibenden Eindruck hinterlassen.<\/p>\n<p>Schon als noch-nicht-Studenten ist Corbusiers Ronchamp eine Ikone, und die Erkenntnis, dass Welzenbacher sich diese Freiheiten des Gestaltens bereits zwanzig Jahre vorher genommen hat, war erstaunlich (mit Scharoun ist er einer der wenigen Pioniere auf diesem Feld).<\/p>\n<p>Vom Zug aus ist in Innsbruck das hermetische Sudhaus Adambr\u00e4u mit der tiefliegenden Glasfassade immer markant zu sehen und hat zu Spekulationen \u00fcber den Inhalt angeregt. Bei den seltsamen Zipfelm\u00fctzen der Kegelt\u00fcrme der heute nicht mehr existenten Tonhalle in Feldkirch war man etwas ratlos geblieben.<\/p>\n<p>Welzenbacher hat viel gebaut und noch mehr gezeichnet. Die verbundenen Doppelscheiben des Projekts zur Verbauung des Scheldeufers in Antwerpen von 1933 tauchen nach dem Krieg als Vorschlag wieder auf f\u00fcr die Verbauung des Donaukanals in Wien. Eine Realisierung dieser filigranen und zukunftsweisenden Strukturen h\u00e4tte weitreichende Vorbildwirkung haben k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\">Das unrealisiert gebliebene Projekt f\u00fcr ein \u201eKleinsthaus\u201c in Absam bei Innsbruck bringt \u201eArchitektur\u201c auf den Punkt.<\/p>\n<p>Selten hat man als Architekt das Erlebnis, dass ein seit langem aus der Publizistik bekannter Bau auf einer Reise pl\u00f6tzlich in ungest\u00f6rter Pr\u00e4senz &#8211; was Gestalt, Umfeld und Benutzung betrifft &#8211; auftaucht.<\/p>\n<p>So geschehen bei einer Fahrt durchs Salzkammergut nach einer Preisverleihung zusammen mit Helmut Richter, als nach einer Wegbiegung unvermutet, wie ein Reh auf einer Lichtung, das Plischke Haus am Attersee auftaucht.<\/p>\n<p>Oder beim Anflug auf Innsbruck der zerst\u00f6rt vermutete Schl\u00fcsselbau von Lackner &#8211; die Ursulinenschule \u2013 in ganzer Pracht im Fenster zu sehen ist.<\/p>\n<p>So ist uns auch das Haus f\u00fcr Mimi Settari von Welzenbacher begegnet. Bis dahin v\u00f6llig von uns untersch\u00e4tzt in seiner auf Fotos (im Gegensatz zum Plan) geradezu \u201ebamstigen\u201c oder \u201everhatschten\u201c Gestalt. Am Abhang \u00fcber dem Etschtal bei Barbian, auf einem Spaziergang von den eigenwilligen drei Kirchen (wie die Verdoppelung einer Wendeltreppe in der Grazer Burg zu einem grandiosen Raum wird, werden drei eng gestellte einfache Kirchen zu einer markanten Figur) zum sch\u00f6nen Berghotel von Lanzinger, war das \u201eReh auf der Lichtung\u201c pl\u00f6tzlich wieder da, als das Settari Haus unerwartet dasteht: eine aus dem Licht gesch\u00e4lte, dreidimensional geformte, der Topografie entwachsene Plastik.<\/p>\n<p>Zusammen mit seiner Umgebung ist das Haus eine Formsch\u00f6pfung von selbstverst\u00e4ndlicher und zeitloser Eleganz, erfassbar nur wirklich in der Realit\u00e4t.<\/p>\n<p><i>Artec \u2013 Bettina G\u00f6tz und Richard Manahl<\/i><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Welzenbacher war in den Siebzigern in Graz wenig bekannt. 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